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Leaders Club Deutschland gegründet

Europäisches Gastro-Networking als Ziel 

Klein, fein, aber nicht elitär: In Frankreich gibt es ihn seit fast acht Jahren, in
Deutschland seit wenigen Wochen: den Leaders Club. Welche Motive hinter dieser
Gründung stehen und welche Ziele dieser Zusammenschluß von Erfolgsgastronomen
hat, darüber haben wir mit Thomas Hirschberger, dem Präsidenten des Leaders Club
Deutschland, folgendes Interview geführt. 

Was ist der Leaders Club Deutschland? 

Thomas Hirschberger : Das ist kurz gesagt ein Forum für den Meinungsaustausch.
Dem Club gehören Gastronomen an, die sich nicht nur hinsichtlich ihrer
gastronomischen Philosophie nahe stehen, sondern sich auch freundschaftlich
verbunden fühlen. 

Welche Ziele verfolgen sie? 

Thomas Hirschberger : In der Präambel heißt es: Zielsetzung ist der Austausch und
die Interaktion von Charakteren der Gastronomie. Konkret heißt das u.a.: Wir wollen das
Ansehen der Branche in der Öffentlichkeit erhöhen. Wir wollen neue Ideen entwickeln.
Wir wollen junge Talente fördern. Wir wollen einen Mitarbeiteraustausch organisieren -
und zwar national wie international. Oberstes Ziel für die nächsten zwei Jahre ist der
Austausch und das Zusammenwachsen auf europäischer Ebene und die Schaffung
eines europäischen Gastro-Networking, sprich die Gründung eines europäischen
Leaders Club. 

Wer kann beim Leaders Club mitmachen? 

Thomas Hirschberger: Uns kommt es in erster Linie darauf an, daß die Mitglieder
zueinander passen, daß sie auf einer Wellenlänge schwimmen. Das müssen nicht
unbedingt „Szene-Wirte“ sein, das ist auch unabhängig von der Größe des
Gastro-Objekts. Wir streben keinen eigenen Verband an, wir wollen ganz im Gegenteil
mit dem DEHOGA freundschaftlich kooperieren. Wenn jedes Jahr zehn neue Mitglieder
zu uns stoßen, wäre das ideal. Insgesamt soll der Leaders Club Deutschland eine
Größe von ca. 110 Mitgliedern bekommen. Als Ansprechpartner steht Pierre Nierhaus
zur Verfügung (Tel.: 0 69 / 299 80 -90, Fax: -940). 

Ich hoffe, daß der Name Leaders Club draußen in der Gastronomie nicht falsch
verstanden wir. Wir sehen uns nicht als die großen Führer. Wir haben den Begriff
Leaders Club deshalb gewählt, weil er sich in Frankreich, Spanien, Belgien bereits
eingebürgert hat und die europäische Kooperation unser oberstes Ziel ist. 

Können auch Industrievertreter Mitglied im Club werden? 

Thomas Hirschberger: Geplant ist, daß wie in Frankreich auch Partner aus der
Wirtschaft Mitglied werden können, allerdings ohne Stimmrecht. Auch hier gilt, der
Repräsentant des einzelnen Unternehmens muß zu uns passen. Nur mit dem großen
Geld winken, reicht also nicht . Es ist z.B. verboten, die Mitgliedschaft im Club
auszunutzen, um von den Fördermitgliedern aus der Industrie Rabatte zu verlangen.
Was uns ganz wichtig ist: Wir wollen ein unabhängiger, neutraler Club sein, offen für alle
und alles, und uns vor keinen Karren spannen lassen. 

Beispiel Frankreich 

Jean-Georges Ploner, ist wohl in Deutschland der beste Kenner des französischen
Leaders Club. Deshalb wollten wir vom Chef von Pencom Deutschland wissen: 

Worauf beruht der Erfolg des Leaders Club Frankreich? 

Jean-Georges Ploner: Als spektakulärster Aktion wird jedes Jahr ein Gastro-Konzept
prämiert. So etwas hat es vor dem Leaders Club in Frankreich nicht gegeben. Die
Erfahrung nach acht Jahren Leaders Club zeigt, daß durch die regelmäßigen Treffen
ungeheuer viel für die Weiterbildung erreicht worden ist und viele neue Ideen für die
Gastronomie kreiert worden sind. Ein weiterer wichtiger Effekt ist, daß das Verhältnis
zur Zuliefer-Industrie durch den Meinungsaustausch auf höchster Ebene viel entspannter
geworden ist. Im Club sind ganz neue Formen der Zusammenarbeit zwischen
Gastronomie und Industrie entwickelt worden. 

Wie ist der Leader Club nach Deutschland gekommen? 

Jean-Georges Ploner: Das war schon lange im Gespräch. Aber so richtig ins Rollen
ist die Sache erst gekommen, als Willy Faber den Präsidenten des Leaders Club
Frankreich nach München geholt hat – als Referenten auf das Trend- und Szeneforum,
das die Fachzeitschriften GASTRONOMIE-REPORT und FIZZZ auf der Imega
veranstaltet haben. Der Auftritt von Daniel Majonchi hat so große Nachfrage bei den
Wirten ausgelöst, daß anschließend eine Reihe der innovativsten deutschen
Gastronomen zu einem Treffen mit dem Leaders Club Frankreich nach Lyon geflogen
sind. Und dort wurde der Grundstein für den Leaders Club Deutschland gelegt. 

Die deutschen Gründungsmitglieder 
Gunilla und Thomas Hirschberger (Sausalitos, Sushi & Soul, München)
Roland Koch (Bolero, Paulaner, Alsterpalais, Hamburg)
Ullrich Mickhan (Übersee, Bremen)
Pierre Nierhaus (Living XXL, Stars, N.Y.C., Frankfurt)
Jean-Georges Ploner (Pencom Deutschland, Frankfurt)
André Schmidt (Chilli's, Hofbräukeller, München)
Jürgen Strasser (Joe Penas, Juleps, München)
Christoph Strenger (Bolero, Paulaner, Alsterpalais, Hamburg)
Frank Waldecker (Luigi, Tambosi, Dreigroschenkeller, München)

Quelle: www.gastronomie-report.de